Unsere Stimmen. Unsere Entscheidung.
ℹ️ Deine Spende bleibt diskret. Deine Daten brauchen wir nur für die Zuwendungsbestätigung und die Spendenverwaltung. Dein Name erscheint nirgends.
ℹ️ Deine Spende ist steuerlich absetzbar. Sie unterstützt Verfahren wie dieses zum Recht auf die eigenen Daten, zur Berufs- und Kunstfreiheit sowie zu Persönlichkeitsrechten im Kontext von KI und die weitere Grundrechtsarbeit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF).
DAS ERMÖGLICHST DU MIT DEINER SPENDE:
Davy Wang, Jurist und Verfahrenskoordinator der Gesellschaft für Freiheitsrechte, arbeitet die grundrechtlichen Fragen auf und entwickelt gemeinsam mit Matti und seinen Rechtsanwält*innen von Spirit Legal die Verfahrensstrategie. Wir wollen die Klage mit Matti Klemm Ende 2026 einreichen.
Im Mittelpunkt stehen sein Persönlichkeitsrecht und sein Recht auf seine eigenen Daten: Seine Stimme ist ein höchstpersönliches Merkmal. Er muss wissen, was mit seinen Stimmdaten geschieht, und über deren Nutzung mitentscheiden können. Unternehmen dürfen persönliche Daten von Menschen nicht ohne deren Wissen und Einwilligung für KI-Training zweckentfremden. Andernfalls verlieren Betroffene die Kontrolle über ihre eigenen Daten. Auch ihre Kunst- und Berufsfreiheit stehen auf dem Spiel, da die so trainierten KI-Systeme ihre Arbeit und künstlerische Leistungen am Ende ersetzen könnten.
Konkret wollen wir erreichen:
- Auskunft über die Verarbeitung: Netflix muss offenlegen, in welchem Umfang Mattis Stimmdaten verwendet und welche KI-Systeme damit trainiert wurden. Die bisherige Antwort bestätigt die Nutzung. Sie erklärt aber noch nicht ausreichend, was genau mit seinen Daten geschehen ist.
- Unterlassung der Nutzung: Netflix soll gerichtlich verpflichtet werden, Mattis Stimmdaten nicht weiter für das Training seiner KI-Systeme zu verwenden.
- Schadensersatz: Wir wollen gerichtlich feststellen lassen, dass Matti wegen der rechtswidrigen Nutzung seiner Stimmdaten ein Anspruch auf Schadensersatz zusteht. Diese Klärung kann anderen Betroffenen helfen, vergleichbare Ansprüche geltend zu machen.
Grundrechte vor Gericht durchzusetzen, braucht eine sorgfältige Vorbereitung der Klage, viel juristische Expertise und einen langen Atem. Eine Klage durch alle Instanzen kann Kosten im sechsstelligen Bereich mit sich bringen. Deine Unterstützung hilft uns, Betroffene zu begleiten, die Rechtsfragen aufzuarbeiten und geeignete Verfahren zu führen. Dazu können auch weitere Fälle von Menschen gehören, die bereits KI-Vertragsklauseln unterschrieben haben.
Wie Matti Klemm von der Nutzung seiner Stimme erfuhr
Matti Klemm hat die neuen KI-Trainingsklauseln in seinem Vertrag mit dem deutschen Synchronstudio nicht unterschrieben. Damit hätte er dem Studio erlaubt, seine Stimmdaten für das ausdrücklich genannte KI-Training von Netflix zu nutzen. Aber schon zuvor hat Netflix seine Stimmdaten ohne Vertragsgrundlage und ohne sein Wissen oder seine Einwilligung für KI-Training genutzt. Davon erfuhr er, nachdem er Auskunft über die Verwendung seiner Daten verlangt hatte.
Ein konkreter Fall. Grundlegende Fragen für viele Betroffene.
Der Fall von Matti Klemm wirft Fragen auf, die über seine persönliche Situation hinausreichen:
- Welche Auskunft müssen Unternehmen dazu geben, wie sie Stimmaufnahmen verwenden und welche KI-Systeme sie damit trainieren?
- Wo liegen die rechtlichen Grenzen für die Nutzung solcher Aufnahmen für KI-Training?
- Wie können Betroffene ihre Rechte durchsetzen, wenn sie von der Nutzung keine Kenntnis erlangen und ihre Daten aus einem trainierten System kaum wieder zu entfernen sind?
Unternehmen berufen sich auf ihr wirtschaftliches Interesse oder gesetzliche Ausnahmen, um Daten auch ohne Zustimmung zu nutzen. Aus unserer Sicht reicht das nicht: Datenschutz, Urheber- und Persönlichkeitsrecht verlangen eine wirksame und freiwillige Zustimmung der Betroffenen.
Die GFF unterstützt das Verfahren von Matti Klemm, um diese grundrechtsbezogenen Fragen exemplarisch gerichtlich klären zu lassen.
Warum Kunstschaffende das Verfahren unterstützen
Hunderte Synchronsprecher*innen haben sich dieses Jahr zusammengeschlossen, um für ihre Stimmen und ihre berufliche Zukunft einzustehen. Im Februar unterstützten mehr als 2.100 Menschen ihre Spendenkampagne für ein erstes juristisches Gutachten. Das hat gezeigt: Sie stehen mit ihren Sorgen nicht alleine da.
Die Initiative aus der Synchronbranche macht die Bedeutung des Konflikts für die unmittelbar Betroffenen sichtbar. Netflix hat einen großen Anteil am Streaming-Markt, das bringt eine gewisse Machtposition gegenüber Synchronsprecher*innen mit sich. Wenn sie auf eine Kooperation mit Netflix verzichten, geht ihnen eine wichtige Einkommensquelle verloren, was sie in ihrer freien Berufsausübung einschränkt. Weil das so ist, haben Unternehmen wie Netflix eine besondere grundrechtliche Verantwortung.
Unser Bild und unsere Stimme gehören uns. Das gilt nicht nur gegenüber dem Staat, sondern auch gegenüber Unternehmen. Wenn Netflix Stimmaufnahmen für KI-Training nutzt, ohne dass die Menschen davon wissen oder zugestimmt haben, verletzt es ihr Recht, selbst über ihre Daten und Persönlichkeitsmerkmale zu verfügen.
Die GFF greift den Fall auf, um die dahinterstehenden grundrechtlichen Fragen zu klären und die rechtlichen Erkenntnisse auch anderen Betroffenen zugänglich zu machen.
Das sagen Synchronsprecher*innen und Kunstschaffende, die solidarisch hinter der Klage von Matti Klemm stehen – denn es geht auch um ihre Grundrechte:
Wie funktioniert eine strategische Klage?
Wir führen strategische Klagen, die Grundsatz-Entscheidungen herbeiführen – und über den Einzelfall hinauswirken. Mit diesen Verfahren greifen wir also Fälle auf, an denen sich grundlegende Rechtsfragen klären lassen. Die daraus gewonnenen rechtlichen Maßstäbe können über den Einzelfall hinauswirken und anderen Betroffenen in vergleichbarer Situation die Durchsetzung ihrer Rechte erleichtern. Wir berichten öffentlich über unsere Verfahren und klären über die dahinterstehenden grundrechtlichen Missstände auf.
Mit deiner Spende können wir durchsetzen, dass Menschen über die Nutzung ihrer persönlichen Daten mitentscheiden können – auch beim Training von KI. Denn wenn die eigene Stimme oder Arbeit ohne Zustimmung genutzt wird, um Systeme zu entwickeln, die diese Arbeit ersetzen sollen, steht viel auf dem Spiel: Es geht um das Recht über die eigenen Daten zu bestimmen, um die Berufs- und Kunstfreiheit.
Wir wollen einen Präzedenzfall schaffen, auf den sich andere Betroffene stützen können. Eine gerichtliche Entscheidung könnte ihnen helfen, vergleichbare Ansprüche durchzusetzen. Sie kann rechtliche Maßstäbe dafür schaffen, welche Voraussetzungen notwendig sind, um persönliche Stimmaufnahmen für KI-Training verwenden zu dürfen.
Welche Grundrechte sind betroffen?
- Persönlichkeitsrechte und informationelle Selbstbestimmung: Die eigene Stimme ist ein individuelles Merkmal jedes Menschen und Teil seiner Identität. Daher ist sie vom allgemeinen Persönlichkeitsrecht geschützt. Gleichzeitig sind Aufnahmen der eigenen Stimme persönliche Daten, über die jeder Mensch selbst bestimmen darf. Wer seine Stimme für eine Synchronproduktion aufnehmen lässt, gibt damit nicht automatisch jede weitere Nutzung frei. Wird sie ohne Wissen der Betroffenen für KI-Training verwendet, können sie darüber nicht mitentscheiden. Ohne ausreichende Auskunft bleibt außerdem unklar, was genau mit ihren Daten geschieht. Wir wollen die Grenzen einer Weitergabe und Verarbeitung klar ziehen lassen und die Rechte der Betroffenen durchsetzen.
- Berufsfreiheit: Synchronsprecher*innen leben von ihrer Stimme und ihrer schauspielerischen Arbeit. Wird diese Arbeit genutzt, um Systeme zu trainieren, die sie künftig ersetzen sollen, betrifft das ihre berufliche Zukunft. Viele sind zugleich auf die Aufträge angewiesen und können es sich wirtschaftlich kaum leisten, neue KI-Klauseln abzulehnen. Vergleichbare Konflikte entstehen auch in anderen kreativen Berufen: im Journalismus, in der Fotografie oder dem Schauspiel. Wir wollen klären lassen, welche rechtlichen Grenzen unter diesen Bedingungen gelten.
- Kunstfreiheit: Eine Figur zum Leben zu bringen, verlangt mehr als das Vorlesen eines Textes. Sprecher*innen setzen Pausen, treffen einen Ton, vermitteln Humor und Gefühle. Diese künstlerischen Entscheidungen stecken in den Aufnahmen, mit denen KI trainiert wird. Wenn solche Systeme menschliche Arbeit ersetzen sollen, verändert das die Bedingungen, unter denen Menschen Kunst schaffen können. Das betrifft auch Musik, Bilder und Texte. Wie die Kunstfreiheit bei der Verwendung solcher Aufnahmen für KI-Training zu berücksichtigen ist, ist gerichtlich nicht geklärt. Auch hier setzt unser Verfahren an.
Diese Rechte gehen uns alle an. Wir wollen sicherstellen, dass Menschen die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. Für die Betroffenen kann die Nutzung ihrer Stimmaufnahmen erhebliche persönliche und berufliche Folgen haben. Die GFF nimmt diesen Konflikt zum Anlass, die rechtlichen Grenzen einer solchen Datennutzung klären zu lassen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie informationelle Selbstbestimmung auch gegenüber Unternehmen wirksam gewährleistet werden kann.
Noch Fragen?
Erscheint mein Name öffentlich, wenn ich spende?
Deine Spende bleibt diskret. Deine Daten brauchen wir nur für die Zuwendungsbestätigung und die Spendenverwaltung. Dein Name erscheint nirgends.
Ist meine Spende steuerlich absetzbar?
Ja. Die GFF ist als gemeinnützig anerkannt. Ab einem jährlichen Gesamtbetrag von mehr als 300 Euro senden wir dir automatisch im ersten Quartal des Folgejahres eine Sammel-Zuwendungsbestätigung zu. Für Beiträge bis 300 Euro genügt dem Finanzamt dein Überweisungsbeleg als Spendennachweis. Wenn du deine Zuwendungsbestätigung bereits früher oder unabhängig davon benötigst, melde dich gerne jederzeit bei uns per E-Mail an info@freiheitsrechte.org.
Kann die GFF auch Menschen unterstützen, die bereits Verträge zur KI-Nutzung unterschrieben haben?
Auch solche Fälle können für unsere Grundrechtsarbeit infrage kommen. Ob eine Klage dazu beitragen kann, zusätzliche Grundsatzfragen juristisch klären zu lassen, muss im Einzelfall geprüft werden. Eine Unterstützung können wir deshalb nicht pauschal zusagen.
Was kann die Klage für andere Kreativschaffende verändern?
Wir wollen einen Präzedenzfall schaffen, der anderen Betroffenen hilft, sich gegen die Grundrechtsverletzung zu wehren. Wie weit ein Urteil wirkt, hängt von der Entscheidung und dem jeweiligen Fall ab.
Warum gibt es kein festes Spendenziel?
Die Kosten hängen vom Verlauf und den jeweiligen Instanzen des Verfahrens ab. Eine Klage durch alle Instanzen kann Rechtskosten im sechsstelligen Bereich verursachen. Der genaue Betrag ist nicht abzusehen. Jeder Euro hilft uns, auch ein langes Verfahren führen zu können.
Wie finanziert sich die GFF?
Wir nehmen keine Förderung von staatlichen Stellen an. Wir erhalten für einzelne Projekte Förderungen von Stiftungen. Diese Fördermittel können wir aber nicht flexibel, beispielsweise für Klagen, einsetzen. Deshalb sind wir auf das Engagement unserer Spender*innen und Fördermitglieder angewiesen.